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auf den hund gekommen
Hunde faszinierten mich schon immer. Dabei war mir mein Wunsch nach körperlichem Kontakt auch zu fremden Tieren immer ein unerklärliches, doch im höchsten Maße befriedigendes Bedürfnis.
Warum ich immer schon Labradors favorisierte, kann ich nicht sagen. Mein Unvermögen den Grund für diese Vorliebe zu formulieren, sollte sich deutlich ändern:

Anfang 2004 kaufte ein guter Freund einen Jack Russell Terrier mit Namen Nick. Vor dem Hintergrund der Fülle an Hundeliteratur und vor dem Hintergrund, dass dies der erste Hund meines Freundes war, schlug ich ihm vor, ebenfalls ein mir geeignet erscheinendes Buch zu kaufen und parallel zu ihm mitzulesen, um ihn zumindest theoretisch bei der Ausbildung unterstützen zu können.

Um vielleicht erfahrene Leser um Tipps zu bitten, suchte ich ein Internetforum und da mir für die Suchmaschine nichts besseres einfiel, war mein erster Suchbegriff das Wort "Labrador". Meine ersten beiden Bücher, die ich kaufte, waren "Neue Wege der Jagdhundeausbildung" von Wolters und das im Forum als sagenumwoben beschriebene Buch "Calming Signals" von Turid Rugaas.

german - cup 2004
Nur wenige Tage, nachdem ich mit meinem ersten "Hundebuch" begonnen hatte, berichtete mir besagter Freund, dass er einen kleinen Zeitungsbericht gelesen habe, dass bei Elspe (NRW) Retriever in einem Workingtest geprüft würden, "was immer das auch hieße". Ich hatte kaum eine Vorstellung davon, was mich erwarten würde, hielt die Sache aber für so interessant, dass ich beschloss, dorthin zu fahren.

Man hätte mich doch vorher warnen müssen! Ich hatte bis dahin keinen Retriever je arbeiten sehen. Die Ruhe der Hunde, die Ruhe der Führer, dann das explosionsartige Agieren nach dem Kommando. Allein 120 teilnehmende Hunde und den ganzen Tag keine einzige Lautäußerung. Das für mich offensichtliche Urvertrauen der Tiere zu ihren Haltern bereitete mir einen Klos nach dem anderen in meinem Hals.

Das war Samstags. Ich bin dann am Sonntag gleich wieder hin, was sich als gute Idee erweisen sollte. Ich lernte Iris Schwimmbeck kennen, die mich einlud, das Team (Carsten Schröder, Elisabeth Bauer), dem sie angehörte, zu begleiten. Ebenfalls begleitet wurden die 3 von der nichtteilnehmenden Norma Zvolsky, die für mich als sehr sympathische und vor allem geduldige Informationsquelle herhalten musste. (Liebe Grüße in diesem Zusammenhang!!) Noch dort bestellte ich ihr Buch, nach dessen Lektüre ich davon überzeugt war, dass die Tiere nicht, wie von mir zunächst vermutet, auf Voodoozauber reagierten, sondern aufgrund auch von mir nachvollziehbarer Ausbildungsmethoden. Der Entschluss zum eigenen Hund stand hier aber noch nicht fest, doch ich denke im Nachhinein, dass dies erstens eins der bereicherndsten Wochenenden der letzten Jahre für mich war und dass ich zweitens zu dieser Zeit wahrscheinlich mit dem Retrievervirus infiziert wurde ... mit dem Hundevirus allemal.

auf den hund gekommen

german - cup 2004

falsche wege!?

konsequenz

vorläufiges ergebnis
Nick
nick

falsche wege!?
Die Ausbildung des Terriers meines Freundes funktionierte richtig klasse. Doch es gab ein Problem mit der Stubenreinheit. Meines Erachtens wurde nach einem "Malheur" zuviel Druck auf den Kleinen ausgeübt und auf einmal standen einige logische Fragen für mich ganz klar im Raum, mit denen sich in meinem Bekanntenkreis kaum jemand auseinandergesetzt zu haben schien; deren Beantwortung aber oberste Pflicht für jeden Hundehalter sein musste: Wie mache ich mich dem Hund verständlich? Was kann der Hund nachvollziehen? Was versucht mir der Hund zu vermitteln?

Für mich hatte das logische Konsequenzen. Ich vermutete, die falsche Literatur zu lesen. Diese sollte zunächst nicht retrieverspezifisch sein, sondern musste sich mit Hundeverhalten im Allgemeinen, mit Körpersprache, mit Kommunikation Hund-Hund und Kommunikation Hund-Mensch beschäftigen.

Die ersten Bücher über "Hundesprache" fand ich hochinteressant, doch gingen mir diese nicht weit genug. Nicht genügend Eventualitäten schienen mir dort beschrieben. Nicht wissenschaftlich fundiert genug waren mir die Abhandlungen dort.

konsequenz
Wie schwer ich es fand, geeignete Ausbildungsmethoden kritisch zu hinterfragen und aus all der zur Verfügung stehenden Information herauszufiltern, kann ich kaum in Worte fassen. Nach dem 3. oder 4. Buch war ich der festen überzeugung, man könne bei der Ausbildung gerade in der Prägephase eigentlich nur alles verkehrt machen; ein potentieller Züchter im Grunde in den ersten 8 Wochn ebenso.
Nach dieser für mich deprimierenden Erkenntnis, bin ich aber dennoch "drangeblieben".

Ich war mir nun sicher, mehr mit Hunden unternehmen zu müssen, um Gelesenes nachvollziehen zu können. In bereits erwähntem Forum bot ich meine Hilfe als Werfer bei der Dummyausbildung an und tatsächlich meldetet sich eine nur wenige Kilometer entfernt wohnende Labradormix Halterin, die selber zwar gerade erst begonnen hatte, sich über Dummyarbeit zu informieren, die aber andererseits für jede Diskussion bezüglich übungsideen empfänglich war und mit mir zusammen erste Trainingspläne umsetzte.

vorläufiges ergebnis
Mittlerweile ist wirklich viel passiert und es entwickelten sich neue, und vor allen Dingen klare Sichtweisen für mich, deren endgültige Fassung mitunter wahrscheinlich nie erreicht wird.

Der ganze Aufwand, für den mich viele meiner Bekannten für "völlig durchgeknallt" hielten und zum Teil noch halten, galt nur der Beantwortung - die mir so wichtig war - weniger Fragen. Das vorläufige Ergebnis allerdings ist ganz anders, als ich dies zum Anfang meiner Bemühungen erwartet hatte:

Souveränität, Intuition und Emotionalität, als Grundvoraussetzung für Bindung, scheinen, weit vor aller Technik und Methodik, die richtigen von den falschen Ausbildungsmethoden zu trennen. Einigen guten Hundehandlern ist das wahrscheinlich nicht einmal bewusst, andere werden nie eine gute Beziehung zu ihrem Hund aufbauen und erleben können.

Der stetige Austausch von konstruktiver Information und Kritik zwischen Hundeführenden und gemeinsames Reflektieren scheint mir daher oberstes Gebot und war Auslöser dieser Seiten.

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